Damen 1: Angekommen!


Obwohl das Damen1 des HC Goldach-Rorschach über weite Strecken der Partie die bessere Mannschaft war, blieben nach der 32:28 (18:14) Niederlage beide Punkte in Dübendorf.

Nach dem klaren Verdikt der ersten Meisterschaftspartie ging man mit kleinen Erwartungen zum Auswärtsspiel zur SG Glatttal/Limmattal, die nach der Fusion von Urdorf und Volketswil über eine äusserst schlagkräftige Truppe verfügt. Die Lehrtöchter vom Bodensee waren gewillt, eine weitere Lehrstunde zu nehmen. Mit den Verbesserungen nach dem Basel-Match, sich aber auch etwas besser zu verkaufen. Die Zürcherinnen waren darauf aus, möglichst schnell einige Tore zwischen sich und die Gegnerinnen zu legen. Darum legten sie los wie die Feuerwehr, liessen die Gäste kaum zu Atem kommen, agierten druckvoll, mit sehr viel Präzision und Durchschlagskraft. Goro’s Damen machten vor dem eigenen Tor einen etwas verlorenen Eindruck, kamen gar nie richtig ins Verteidigen. Glücklicherweise hatte auch das Heimteam seinen Fokus auf das Toreschiessen ausgerichtet, machte in der Defensive ebenfalls nicht den stabilsten Eindruck. Es entstand eine Pattsituation. Vorne traf man in die Maschen, hinten waren nur äusserst bescheidene Abwehraktionen zu erkennen. Bis zur 12. Minute zeigte das Resultat einen ausgeglichenen Spielstand, keine Mannschaft konnte sich absetzen. Der Lehrling ist da, um zu lernen, und das taten die Gäste während der nächsten 10 Minuten. Nichts mehr wollte gelingen, während das Heimteam mit all seiner Routine die Schwäche des Gegners gnadenlos ausnutzte. Schon brutal, wenn wenig nach einem 5:5 auf der Anzeigetafel plötzlich ein 16:8 aufblinkt. Doch damit war die Lernphase vorbei, denn das Damen1 hatte sich vorgenommen, uns heute stolz zu machen! Von diesem Moment an übernahmen sie das Spieldiktat. Über spektakuläre Verteidigungsaktionen zum 16:10. Klarer Aufbau im Angriff machten das 17:12 und viel Kreativität, sowie gute Chancenauswertung führten zum Pausenstand von 18:14. Schon hier war klar, ein zweites Mal liess sich dieses Team nicht vorführen.

In Halbzeit zwei machten die Gäste dort weiter, wo sie vor der Pause aufgehört hatten. Mit viel Selbstbewusstsein und einer gehörigen Portion Mut in den Zweikämpfen stiess man die Gegnerinnen an den Abgrund einer Niederlage. Im Rückblick sollten dann zwei Gründe dafür verantwortlich sein, dass sich das Damen1 nicht mit mindestens einem Punkt belohnte. Der eine Grund war sicher die etwas fehlende Routine, denn in den entscheidenden Momenten, immer als es darum ging, den Anschlusstreffer zu erzielen, fehlte den Jungspunden etwas die Geduld, die Bälle wurden im Angriff zu leicht weggegeben. Grund zwei waren die glücklosen Torhüterinnen, die hinter einer sackstarken Verteidigung zu wenig Bälle entschärfen konnten. Da auch die Gegnerinnen wenig Schwächen zeigten, und sich dem Kampf stellten, entwickelte sich eine rasante und hochinteressante Begegnung, die auch ohne Punkte für die Damen von Goldach-Rorschach einen grossen Schritt Richtung Lehrabschluss bedeuteten.


Hansruedi Rohner